Immer Ärger mit dem Scanner

Wer gelegentlich mit Scannern zu tun hat, wird vermutlich das eine oder andere Mal Probleme mit dem Gerät gehabt haben. Vornehmlich stammen diese Probleme von der Software, jedenfalls unter Windows (mit den anderen Betriebssystemen habe ich hierzu keine Erfahrungen).

Um die Scanvorlagen vom Scanner ins Betriebssystem und dort dann in eine Anwendung zu bekommen, wird ein Treiber benötigt. Am bekanntesten dürfte TWAIN sein (für Windows und Mac OS), ein Standard, der seit 1992 existiert und weiterentwickelt wird, und an den sich Hersteller halten müssen, wenn sie einen TWAIN-Treiber für ihr Scannermodell programmieren lassen. Für Windows gibt es seit einiger Zeit von Microsoft den Standard WIA, der jedenfalls für die Windowssysteme für ein bisschen mehr Einheitlichkeit sorgt und auch von vielen Scannermodellen unterstützt wird. Für Linux schließlich ist SANE ein Standard.

So weit her scheint es mit dem Standard aber nicht immer zu sein (wie gesagt: Erfahrungswerte aus der Windowswelt). Die Sache ist natürlich auch kompliziert:

  • die gewonnenen Bilddaten müssen an eine Anwendungssoftware übergeben werden
  • der Hersteller liefert in der Regel einen mehr oder minder bunten Strauß an Anwendungen auf CD mit, die bei der Scannerinstallation mehr oder weniger gut ins System integriert werden
  • der Anwender bevorzugt häufig eine andere Anwendung als vom Hersteller vorgesehen, und kann oft nur mit Mühe, manchmal gar nicht, die Scannerkonfiguration dazu bringen, dies zu berücksichtigen
  • Zusatzfeatures des Scanners, wie Bedienfelder am Gerät, mit denen mit nur einem Knopfdruck der Vorgang vom Scannen bis zur Bildverarbeitung, der Texterkennung oder der E-Mail-Erstellung ausgeführt werden soll, sind besonders anfällig für Störungen, weil eine ganze Kette von Anwendungen und Einstellungen abgerufen werden muss.

Leider gibt es keinen Universaltreiber für TWAIN. Die Installation über die Autorun-Routine der Hersteller-CD ist oft fehlerhaft, oder lässt sich nach einer aufgetretenen Störung – z.B. dadurch verursacht, dass es Microsoft einfiel, mit einem Update die Sicherheitseinstellungen von Programmverzeichnissen zu ändern – nicht wieder reparieren. Besonders schlechte und zahlreiche Erfahrungen habe ich mit den Installations-CDs von Hewlett-Packard (HP) gemacht. Die Hardware von HP ist eigentlich recht ordentlich, die Installationssoftware ist Mist. Sie packt merkwürige Anwendungen auf den Rechner, verbiegt bevorzugte Einstellungen, lässt sich schlecht konfigurieren und noch viel schlechter reparieren, manchmal auch nicht deinstallieren oder neu installieren. Seit Jahren mache ich diese Erfahrung bei HP immer wieder, allerdings hat es mir auch mal die Installation eines Canon-Scanners nach einem Systemupdate unabänderlich zerrissen.

Bedauerlich, dass es keinen Universaltreiber gibt. Auf die Einsichtsfähigkeit der Hersteller, neben ihren Installationsmonstern auch eine flexible Treiber-Version anzubieten, mit der man bequem seine gewünschten oder die mitgelieferten Anwendungen verbinden kann, wird man wohl nicht warten brauchen.